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Heizflächenauslegung (Sizing)

⚠ Richtwerte — nicht verbindlich

Die Ergebnisse dieser Seite sind Richtwerte nach vereinfachter EN 442 / EN 1264. Sie helfen einem Planer, zu prüfen, ob ein gewähltes Heizflächensystem die berechnete Heizlast prinzipiell decken kann. Sie ersetzen keine verbindliche Planung und kein Herstellerdatenblatt. Vor der Beschaffung sind die tatsächlichen Produktkennwerte zu konsultieren.

Jedes Ergebnis, das die App ausliefert — auf der Seite, im CSV-, im Excel- und im Print-Export — trägt diesen Hinweis sichtbar in sich.

Was das Feature leistet

Nachdem die DIN-EN-12831-Heizlast pro Raum berechnet ist (Φ_HL), beantwortet die Auslegung eine einzige Frage:

Deckt die hier gewählte Heizfläche den Bedarf des Raums bei der konfigurierten Vor-/Rücklauftemperatur?

Pro Raum können mehrere Varianten parallel gehalten und verglichen werden (z.B. Heizkörper vs. FBH). Genau eine ist aktiv und landet im Protokoll.

Umfang (MVP)

Strategie Status Norm-Grundlage
Heizkörper ausgeliefert EN 442 — Log-Mittel-ΔT, n-Exponent-Korrektur
Fußbodenheizung (FBH) ausgeliefert EN 1264 — q gegen Oberflächentemperatur-Grenze
Wandheizung folgt EN 1264-3
Deckenheizung folgt EN 1264-3
Handtuchheizkörper folgt EN 442 (n ≈ 1.1)

Nicht ausgelieferte Strategien erscheinen im „+ Variante hinzufügen"-Menü sichtbar aber deaktiviert mit Tooltip „Noch nicht implementiert" — keine stillen Lücken, kein toter Code.

Bedienung

1. Auslegung-Tab im Raum öffnen

Jede Raumkarte der Heizlast-Seite hat zwei Tabs: Flächen (Standard) und Auslegung. Wechsel ersetzt den jeweils anderen Inhalt im DOM — so bleibt die Seite auch bei 200 Räumen übersichtlich.

Auslegung-Tab, Standard-Variante

Der Richtwerte-Hinweis ist immer sichtbar. Der erste Besuch synthetisiert eine Default-Variante entsprechend dem in den Presets gewählten „Bevorzugtes System" (Default: FBH).

2. Varianten vergleichen

Über „+ Variante hinzufügen" lassen sich zusätzliche Auslegungsvarianten erzeugen. Beide werden gleichzeitig gerechnet und nebeneinander angezeigt — mit grüner -Deckung oder oranger -Warnung.

Zwei Varianten nebeneinander

Nicht-ausgelieferte Typen sind im Menü deaktiviert und tragen den Grund:

Varianten-Menü mit deaktivierten Stubs

3. Heizkörper-Auswahl inline

Typ, Höhe und Länge werden aus dem Katalog gewählt; die gelieferte Leistung aktualisiert live beim Ändern. ΔT_ln wird im Hintergrund nach EN 442 korrigiert und der Exponent aus dem Katalogeintrag genutzt.

4. FBH-Grenzen-Warnung

Übersteigt q = Φ_HL / (A_floor · f_aktiv) die Oberflächentemperatur-Grenze (100 W/m² Wohnraum, 175 W/m² Bad), wird das Ergebnis mit einer deutlich sichtbaren Warnung geflagt und eine Zusatzheizfläche empfohlen.

FBH-Überlastung in kleinen Räumen

5. Aktive Variante

Das Radio-Steuerelement links wählt die „aktive" Variante pro Raum. Nur die aktive Variante erscheint im Druckprotokoll und in der Auslegungs-Zeile der CSV-/Excel-Exporte.

Presets

Die systemweiten Parameter liegen im Presets-Tab unter „Systemtemperatur & Auslegung":

Systemtemperatur-Karte in Presets

Feld Standard Einheit Bemerkung
θ_V — Vorlauftemperatur 55 °C WP-Ära; 75 bei Bestand
θ_R — Rücklauftemperatur 45 °C
Bevorzugtes System ufh Default für neue Räume: ufh/radiator
Heizkörper-Default-Typ Type 22 Katalog-Eintrag
Heizkörper-Exponent n 1.3 EN 442 typisch
FBH-Grenze Wohnraum 100 W/m² 29 °C Oberflächentemp. · EN 1264
FBH-Grenze Bad 175 W/m² 35 °C Oberflächentemp.
FBH-Wirksame Fläche 0.9 Möblierungsabschlag

Änderungen werden bei Blur gespeichert; die Auslegung-Tabs rechnen direkt nach.

Formeln

Heizkörper (EN 442)

ΔT_ln = (θ_V − θ_R) / ln((θ_V − θ_int) / (θ_R − θ_int))
f_corr = (ΔT_ln / 49.83)^n
Φ_delivered = K_m · f_corr        mit  K_m = K_m,m² · H · L

49.83 K ist der EN-442-Referenzwert bei 75/65/20 °C. Für eine Wärmepumpe mit 55/45 °C bei Raum-Ti = 20 °C ist ΔT_ln ≈ 29.7 K, f_corr ≈ 0.51 und ein benötigter Heizkörper muss ≈ 1.96× so groß sein wie bei altgedachten 75/65 — das ist die häufigste Ursache für unterdimensionierte Bestandskörper in WP-Sanierungen.

Fußbodenheizung (EN 1264 vereinfacht)

A_eff = A_floor · f_aktiv
q_erf = Φ_HL / A_eff
Φ_delivered = min(Φ_HL, q_cap · A_eff)
covers_load = Φ_delivered ≥ Φ_HL

q_cap ist ufh_cap_living_w_m2 (Default 100 W/m²) oder ufh_cap_bath_w_m2 (Default 175 W/m²), je nach Raum-Nutzungstyp.

Robustheit gegen Müll-Eingaben

Jede Strategie liefert immer ein konsistentes Ergebnis-Dict mit denselben Schlüsseln — auch bei NaN/Inf, Null-Fläche, θ_V ≤ θ_i, unbekanntem Typ. Fehler erscheinen als Warnungen, nie als Ausnahmen oder NaN-Lecks.

Abgedeckte Fälle (siehe tests/test_sizing_unit.py):

Exporte

Das bestehende Export-Menü bringt die Auslegung automatisch mit:

CSV — nach den Flächen-Zeilen folgt eine Sektion # Auslegung mit einer Zeile pro Variante (Geschoss, Raum, Typ, aktiv ja/nein, Φ_HL, Φ_geliefert, Deckung %, Parameter, Hinweise), gerahmt vom Richtwerte-Hinweis.

XLSX — zusätzliches Arbeitsblatt „Auslegung" hinter „Flächen"; Zeile 1 ist der Richtwerte-Hinweis als gelbe Banner-Zelle (gemerged), Zeile 2 die Spaltenüberschriften.

Druck/PDF — pro Raum eine Auslegung-Zeile unter der Flächen-Tabelle.

API

Siehe API-Endpoints.

Speicherung

Die Kandidaten überleben Heizlast-Änderungen (θ_e-Anpassungen, Flächenkorrekturen); lediglich die gelieferten Leistungen werden neu gerechnet. GlobalIds, die aus dem IFC verschwinden, werden aufgeräumt und in dropped_candidate_ids zurückgegeben.

Tests

Zum Nachvollziehen der EN-442-Berechnung: der Test test_flow_temp_shift_from_75_65_to_55_45_scales_required_k_m leitet den Korrekturfaktor direkt aus der Formel ab (keine Magic Numbers) und prüft, dass die benötigte Norm-Leistung beim Wechsel von 75/65 auf 55/45 um den Faktor ≈ 1.96 steigt.

Zukünftige Erweiterungen (bewusst außerhalb des MVPs)